Beschwörung: Teil 3 - Testphase
Hier seht ihr das dritte Projekttagebuch zur Beschwörung. Dieses Mal schauen wir uns an, wie das Projekt getestet wurde, um zur Veröffentlichung unseren und euren hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Dafür ist die Abteilung Qualitätssicherung verantwortlich, die den neuen Inhalt auf Fehler prüft. Außerdem kümmert sich das RuneScape-Entwicklerteam darum, dass das Update ausgewogen ist und die Spielbalance nicht ins Wanken bringt.
Ein vertrautes Gefühl
Normalerweise besteht die Aufgabe eines Spieletesters darin, ein bestimmtes Stück Inhalt immer wieder durchzuspielen, um Fehler zu finden. Diese Fehler müssen dann an den Entwickler weitergleitet werden, der sie behebt. Das kann ein bisschen monoton werden, ist aber ein lohnenswerter Job - vor allem, wenn man das Spiel schon gespielt hat, bevor man Tester wurde, was bei vielen Mitgliedern unserer Qualitätssicherung der Fall ist. Einer unserer Tester ist sogar in den Top 500 der Bestenliste. Doch das Projekt 'Beschwörung' hielt für das RuneScape-QA-Team ein paar Überraschungen parat. "Bei kleineren Updates testet man normalerweise erst, wenn sie fertig sind, aber Fertigkeiten sind groß und haben eine massive Auswirkung auf den Rest des Spiels. Wir waren also von Anfang an involviert und haben Feedback zum Konzept gegeben und uns überlegt, wie die Fertigkeit mit dem aktuellen und geplanten Spielinhalt zusammenpasst", erzählt Mod Kevin aus dem QA-Team.
"Einer der Tester hatte einen Spielfehler entdeckt, der es möglich machte, mehr als nur einen Vertrauten gleichzeitig zu beschwören. Insgesamt folgten ihm 30 Vertraute und griffen alle Monster an, die sein Charakter attackierte."
Mod Ben L
Qualitätssicherung
Bei der Vielzahl an Haustieren und Vertrauten hatten wir erst die - nicht unberechtigte - Sorge, dass es zu technischen Problemen wie einer Verlangsamung des Spiels kommen könnte, wenn mehrere Spieler gleichzeitig Begleiter bei sich haben. Daher haben wir die Fertigkeit so konzipiert, dass die Anzahl der Begleitern eingeschränkt wird. Es gibt zum Beispiel eine zeitliche Begrenzung, wie lange die Beschwörung eines Vertrauten anhält. Je besser man in der Fertigkeit wird, desto länger wird diese Zeitspanne. Außerdem muss man seine Beschwörungsenergie ab und zu an einem Obelisken aufladen und kann gewisse Tiere erst zähmen, wenn man eine hohe Stufe in Beschwörung erreicht hat.
Einer der vielen Möglichkeiten, wie man solche Dinge testen kann, ist ein Multitest. Dabei loggt das Qualitätssicherungs-Team so viele Konten gleichzeitig wie möglich ein und spielt mit allen den gleichen Inhalt durch. Dadurch simulieren wir die Situation, die entstehen wird, wenn wir die Fertigkeit veröffentlichen. Alles lief gut, aber einer der Tests brachte einen lustigen Spielfehler zum Vorschein. Mod Ben L, der Leiter der RuneScape-Qualitätssicherung, erinnert sich: "Einer der Tester hatte einen Spielfehler entdeckt, der es möglich machte, mehr als nur einen Vertrauten gleichzeitig zu beschwören. Insgesamt folgten ihm 30 Vertraute und griffen alle Monster an, die sein Charakter attackierte." Ein Glück, dass uns das aufgefallen ist!
Vorsicht, Stufe!
Die neue Fertigkeit Beschwörung muss auch auf die anderen Fertigkeiten und die Kampf-Künste abgestimmt sein. Das RuneScape-Entwicklerteam hat daher Beschwörung ausbalanciert und darauf geachtet, dass die Beschwörung das Training anderer Fertigkeiten nicht zu einfach macht und das Kampf-Dreieck nicht stört. "Beschwörung macht einen mächtiger im Kampf, daher sollte die Fertigkeit auch zur Kampfstufe beitragen, da diese die Kampfkraft der Spielcharaktere repräsentiert", betont Paul aus dem RuneScape-Entwicklerteam.
Die Vertrauten sind dazu da, euch beim Kampf zu unterstützen - egal, welche Kampfstufe eure Spielfigur hat. Daher wird ihre Kampfkraft eurer Kampfstufe zugerechnet, ähnlich wie bei Gebet. Da wir Beschwörung und die Kampfstufe zusammenzählen, erhöht sich die maximale Kampfstufe von 126 auf 138. Daher gibt es für alle Leute, die bereits auf Kamfpstufe 126 sind oder einfach gerne Fertigkeiten trainieren, ein neues Ziel zu erreichen.

Werdet ihr die Beschwörung meistern und eure Kampfstufe auf 138 hochtrainieren?
Die Entscheidung über die Erhöhung der Kampfstufe fiel uns relativ leicht, aber sie warf schwerwiegende Fragen fürs ganze Spiel auf. Müssen wir auch die Berserker-Aufgaben ändern? Was bedeutet das für den 'Kopfgeldjäger', 'Clankämpfe' und die 'Duell-Arena'? Wie wirkt sich das auf Spielerkämpfe im Allgemeinen aus? Wie sollen wir Beschwörung mit den Kampf-Fertigkeiten ausbalancieren? Wie ihr euch vorstellen könnt, ist es nicht einfach, bei so vielen Faktoren das richtige Gleichgewicht zu finden. Diese Fragestellungen führten unter anderem dazu, dass es bei Duellen eine Option 'Keine Beschwörung' gibt, ein Gebet 'Beschwörungs-Schutz' eingeführt wurde und die Kosten der Fertigkeit genau abgestimmt sind.
Alles hat seinen Preis
"Wenn ihr am Ende des Abenteuers 'Der sich den Wolf pfeift' versteht, wie Beschwörung funktioniert, dann haben wir unser Ziel erreicht. Das Abenteuer wurde von einem großartigen Entwickler geschrieben - das sollte helfen."
Mod Mark
RuneScape-Entwicklerteam
Die Fertigkeit an sich ist weder billig noch teuer, aber die Beschwörung von hochstufigen Vertrauten kostet natürlich mehr als die von niedrigstufigen. Daher müssen die Spieler die Vorteile jedes Vertrauten gegen seine Kosten abwägen. Am Anfang ist es auch nicht so leicht, in der Fertigkeit aufzusteigen. Paul weiß: "Man braucht immer einige Fertigkeiten, die man leicht trainieren kann, und andere, die schwieriger sind." Beschwörung ist eher in der schwierigen Kategorie, aber es lohnt sich. Jeder Spieler wird etwas davon haben, ob er sich nun bis zum Fertigkeits-Umhang hocharbeitet oder ab Stufe 43 eigene Cockatrisen heraufbeschwört oder sich ab Stufe 1 einen Hund als Haustier hält.
Verglichen mit anderen Fertigkeiten auf RuneScape ist Beschwörung eine der komplexesten. Mod Mark, der Senior-Kreativdirektor, erklärt: "Wenn die Spieler etwas nicht gleich verstehen, verlieren sie oft das Interesse. Wenn das passiert, ist das unsere Schuld - nicht die der Spieler. Daher gibt es für die Beschwörung ein Einstiegsabenteuer." Dieses Abenteuer, das den Namen 'Der sich den Wolf pfeift' trägt, ist Abenteuer und Einführung zugleich.
"Wenn ihr am Ende des Abenteuers 'Der sich den Wolf pfeift' versteht, wie Beschwörung funktioniert, dann haben wir unser Ziel erreicht. Das Abenteuer wurde von einem großartigen Entwickler geschrieben - das sollte helfen." Aus der Einführung wurde ein amüsantes Abenteuer, wie man das von Mod Wilson (dem Autor von Abenteuern wie 'Der Lumpensammler', 'Kajütenkoller', 'Rum handeln' und 'Der große Gehirnklau') nicht anders erwarten würde.

So sehen die fünf Haustiere, die wir bereits (mehr oder weniger versteckt) erwähnt haben, in eurem Inventar aus.
Es gibt einige Überschneidungen während der Entwicklung eines so großen Projekts wie einer neuen Fertigkeit. Teile wurden programmiert, während an den Grafiken noch gearbeitet wurde. Stücke wurden getestet, obwohl der Rest noch im Entwicklungsstadium war. Die Artikel im Kompendium wurden geschrieben, während wir noch mit dem Ausbalancieren des Inhalts beschäftigt waren. Nicht zuletzt haben wir schon Andeutungen über die neue Fertigkeit gemacht, als sie noch gar nicht fertig war.
Lest den letzten Teil: Beschwörung: Teil 4 - Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Artikel in Projekttagebücher
|
|



